Hufrehe
Hufrehe, auch Laminitis genannt, ist eine weit verbreitete Krankheit bei Pferden und Ponys. Bei Hufrehe liegt eine Entzündung zwischen dem Hufbein und der Hufwand vor. Da die Entzündung nicht abfließen kann, entsteht ein starker Druck im Huf. Dies kann Wärme und Schmerzen verursachen. Durch die Entzündung kann die Verbindung zwischen dem Hufbein und der äußeren Hornkapsel geschwächt werden, sodass sich das Hufbein senken oder rotieren und in der Folge durch die Sohle dringen kann.
Ursache von Hufrehe
Hufrehe bei Pferden kann verschiedene Ursachen haben. Bestimmte Erkrankungen, darunter das Equine Metabolische Syndrom und Cushing, können die Empfindlichkeit gegenüber Hufrehe erhöhen. Dies liegt daran, dass diese Erkrankungen häufig eine Insulinresistenz und Veränderungen im Zuckerstoffwechsel zur Folge haben. Auch Übergewicht kann den Zuckerstoffwechsel stören. Ebenso können hormonelle Ungleichgewichte, beispielsweise durch die Gabe von Medikamenten, eine Ursache sein.
Wenn anderswo im Körper eine Krankheit vorliegt, können die vorhandenen Bakterien Giftstoffe bilden, die in den Blutkreislauf gelangen und anschließend im Huf landen. Dadurch kann sich die Durchblutung verändern und Hufrehe entstehen. Auch eine Überbelastung der Hufe durch Verletzungen, die Schonung eines anderen Hufs oder das lange Laufen auf hartem Boden können Ursachen sein.
Schließlich ist Fruktan eine mögliche Ursache für Hufrehe. Fruktan kann vom Darm eines Pferdes nicht abgebaut werden. Es wird im Darm schnell fermentiert, wobei Milchsäure freigesetzt wird. Durch die Übersäuerung können nützliche Bakterien absterben, wodurch in der Folge Giftstoffe in das Blut gelangen.
Symptome von Hufrehe
Hufrehe lässt sich an warmen Hufen, steifem Gang, einem verdickten und schmerzhaften Kronrand sowie einer Empfindlichkeit an der Strahlspitze erkennen. Weitere Symptome sind das Entlasten der Hufe, Lahmheit, Unruhe, Fieber, Schwitzen und das Bedürfnis, viel zu liegen. Ein hufrehekrankes Pferd kann auch mit gestreckten Vorderbeinen stehen und sich nach hinten lehnen, um seine Vorderbeine zu entlasten. Wenn das Pferd an allen Beinen unter Rehe leidet, stellen sie oft die Vorderbeine etwas nach hinten und die Hinterbeine etwas nach vorne, um das Gewicht zu verteilen.
Behandlung von Hufrehe
Wenn ein Pferd an Hufrehe leidet, ist es wichtig, umgehend den Tierarzt zu verständigen. Der Tierarzt verschreibt häufig Medikamente, die den Schmerz lindern und die Entzündung hemmen. In sehr schweren Fällen, wenn sich das Hufbein senkt, rotiert und durch die Sohle nach außen tritt, kann die Hufrehe sogar zum Tod führen oder eine Euthanasie erforderlich machen. Bei Verdacht auf Hufrehe ist es daher ratsam, so schnell wie möglich einen Tierarzt zu konsultieren, damit frühzeitig gehandelt werden kann. Da Hufrehe oft durch eine Stoffwechselstörung verursacht wird, ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln, damit die richtige Behandlung eingeleitet werden kann. Um die Ursache zu finden, kann der Tierarzt eine Blutuntersuchung durchführen.
Auch der Hufschmied kann bei einem an Rehe erkrankten Pferd hinzugezogen werden. Der Hufschmied kann einen speziellen Beschlag anbringen, der dem Hufbein Gegendruck bietet, wodurch eine weitere Rotation des Hufbeins verhindert und der Schmerz gelindert werden kann.
Des Weiteren ist es wichtig, dass ein Pferd mit Hufrehe karg gefüttert wird. Es ist ratsam, das Pferd nicht auf die Weide zu stellen, da der Zucker aus dem Gras schädlich sein kann. Man kann das Pferd zum Beispiel auf einen Sandboden stellen. Den Sand zu befeuchten und die Hufe mit kaltem Wasser abzuspülen, kann dazu beitragen, die Hufe zu kühlen und den Schmerz zu lindern. Sorgen Sie jedoch immer für einen trockenen Platz, an dem das Pferd liegen kann.
Hufrehe vorbeugen
Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Sie treffen können, um Hufrehe bei Pferden vorzubeugen. Wenn Ihr Pferd wieder auf die Weide darf, sorgen Sie für eine gute Umstellung vom Stall auf die Weide. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass das Pferd jeden Tag etwas länger auf die Weide gelassen wird oder durch Portionsweide. Vermeiden Sie eine Weide mit kurzem Gras, da dieses relativ viel Zucker enthält. Zudem ist es ratsam, den Fruktangehalt im Auge zu behalten. Ein Hilfsmittel hierfür ist der Fruktan-Index. Dies ist ein Index, der auf Basis aktueller Wetterinformationen den Fruktangehalt anzeigt. Mehrere Faktoren, wie die Grasart, die Düngung und die Sonneneinstrahlung, haben Einfluss auf den Fruktangehalt. Es ist wichtig, auch diese Faktoren zu berücksichtigen.
Des Weiteren kann es ratsam sein, bei zuckerreicher Ernährung vorsichtig zu sein. Ein auf die Bedürfnisse Ihres Pferdes abgestimmter Fütterungsplan kann dabei helfen. Schließlich ist es bei Stuten, die ein Fohlen bekommen, wichtig, die Nachgeburt im Auge zu behalten. Wenn diese nach 4 Stunden noch nicht abgegangen ist, ist es ratsam, den Tierarzt zu kontaktieren.
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